DolceVita Redaktionelles
Das Küchen- und Wohnjournal

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Zwei Tage unterwegs mit den Lokals Sandra und Jeroen. Amsterdam ist eine ausgeflippte, leckere, lustige und farbenfrohe Stadt. Alles Käse? Eben nicht! Wir waren auf der Suche nach dem Geschmackserlebnis und dem freien Lebensgefühl.

Am Flughafen angekommen merkt man schon, dass Amsterdam eine verrückte Stadt ist. Man kommt sich freier vor, die Leute haben buntere Kleidung an und scheinen lustiger, lässiger, freundlicher und einfach nur gut drauf zu sein!
Multikulti ist hier kein Thema, man kann sich hier mit vielen Sprachen verständigen, ob auf Französisch, Deutsch, Spanisch, Englisch oder eben Niederländisch ist egal, irgendwie bekommt man immer eine Antwort. Versuchen Sie einmal so etwas bei einer bayrischen Bedienung. Da können wir noch sehr viel lernen!
Zur Übernachtung wählten wir das Hotel EDEN mitten in der Stadt. Es ist eines der jungen Designerhotels für 95,- Euro die Nacht, es ist lässig und duchgestylt. Ein guter Ausgangspunkt für unser Vorhaben.
Lecker 1: Wir treffen uns mit Jeroen in einer Bar namens THREE SISTERS direkt am Rembrandtplein, sie ist eine mit tiefen Ledersesseln und dunklen Tiffany-Glaswänden ausgestattete Bar, die ebenso gut auch in London sein könnte.
Jeroen bestellt mir ein lecker Bierchen und Bitterballen. „Was
ist das?“, frage ich und er gibt mir nur die schlichte Antwort: „Du wirst süchtig danach!“ Einfach erklärt, es sind Fleischkroketten, bestehend aus Rind- und Kalbfleischragout und Kartoffelmus, die dann zu Kugeln geformt und so frittiert werden. Dazu wird ein wenig Senf serviert und fertig. Der Name kommt daher, dass die Fleischbällchen ursprünglich zu einem Magenbitter „bittertje“ serviert wurden und wie Kugeln oder Ballen aussehen.
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Beim anschließenden Spaziergang durch kleine Gassen, vorbei an bunten schmalen Häusern, die nicht breiter sind als ein quer stehendes Bett, bis hin zum kleinsten Durchgangsweg, den man im adipösen Zustand nicht passieren kann. Immer wieder stößt man auf wunderschöne, mit gusseisernen Läufen verzierte Brücken, die romantische Blicke auf die Grachten freigeben. Ein bisschen Venedig in Amsterdam, denn die Grachten sind die Wasserwege der Stadt, die vom Zentrum her ringförmig in und um Amsterdam herumführen und auf denen man mit einer Rundreise auf einem Boot die verschiedensten Ziele ansteuern kann. Doch das meist benutzte Verkehrsmittel hier ist das Fahrrad. Wir haben noch nie so viele Menschen mit Rädern herumfahren sehen wie hier, vom Geschäftsmann bis zur Hausfrau mit und ohne Kind, das „fietsen“ ist hier nicht wegzudenken. Mit dem Rad wird der halbe Hausstand transportiert, es wird damit in die Arbeit gefahren, in die Uni und zum Einkaufen. Und in den Nächten kurven die aufgestylten Pärchen auf dem „fiets“ von Club zu Club. Als Fußgänger hat man manchmal schlechte Karten. Die Radler sind hier wie die Autofahrer in Italien, klingeln statt hupen und Gas geben bis der Arzt kommt. Als Fußgänger kann man nur höllisch aufpassen und rechtzeitig zur Seite springen. Es soll ja auch ca. 500.000 Fahrräder bei 740.000 Einwohnern geben. Wenn man auf sein Rad nicht aufpasst, es nicht absperrt, kommt es vor, dass es eben weg ist. Das Fahrradklauen ist ein heimlicher Volkssport, deshalb hat selbst die älteste Rostlaube von Rad ein riesiges Sicherheitsschloss. Ein schönes holländisches Wort ist übrigens auch „bromfiets“ für Mofa.

LECKER 2: Verschlagen in eine kleine Gasse kehren wir ein, um GENEVER zu trinken. Dies gilt in Holland schon seit dem 15. Jahrhundert als Nationalgetränk und das wollen wir probieren.


Genever oder „Jenever“ wird meistens aus Gerste, Roggen und Mais gebrannt. Wacholder, Kümmel, Anis und Koriander werden als Aromaträger zugegeben. Die Unterscheidungskriterien zwischen altem („oude“) und jungem („jonge“) Genever liegen nicht im Alter, sondern in der Menge des verwendeten Malzweins. Dieses Destillat besteht aus Getreidemaische. Beim dreifach Destillieren und beim dritten Brennen erfolgt dann das erste Aromatisieren.
Alter Genever besitzt nun einen 5%-tigen Malzweinanteil (im holländischen Moutwijn) genannt. Junger Genever wird meist mit viel weniger Malzwein hergestellt.
Angetrunken wird er direkt an der Bar, die Gläser werden randvoll eingeschenkt und es bringt Unglück, wenn man das Glas nicht von der Bar trinkt. So neckt mich lustigerweise zumindest die Dame hinter der Bar. Wir bestellen auf der deutschsprachigen Karte Himbeer- und Brombeergeschmack. Zur Antwort bekommen wir nur, die deutsche Karte sei nur
für Touristen, diese Geschmacksrichtungen führten sie nicht. Insgesamt sehr „grappig“ dieses Lokal, spätestens nach dem vierten Genever.



LECKER 3: Abends ins Restaurant „five flies“ - “Die 5 Fliegen“. Das Restaurant besteht aus fünf Häusern, die wie ein Labyrinth miteinander verbunden sind. Zunächst hat ein
Antikhändler eine Kneipe eröffnet, und so ist es nicht weiter verwunderlich, dass man sich vorkommt, als würde man in einem Musem zu sitzen. Vier Originalstiche Rembrandts
hängen an der Wand, wir sehen Schwerter von Seefahrern neben blauen Kacheln und alten, in Leder gebundenen Büchern. Auf der Speisekarte gibt es eine Art Nouvelle Cuisine,
in holländischer Manier und Tradition. Auf www.dinnerscout.de können Sie das Menü ansehen. Hierher kommen gerne Stars und Sternchen, deren Namen wie beim „Walk of Fame“ auf kleinen Kupferplatten an den Stühlen prangen, auf denen sie gesessen sind. Zusätzlich zur ausgezeichneten Küche bietet das Haus noch eine weitere Spezialität von 150 Likören und Wacholderbranntweinen an, die wir jetzt aber nicht mehr probieren, da wir am Nachmittag schon eine Verkostung hatten.



Am nächsten Tag zieht meine Frau durch die Shopping-Meilen Amsterdams, während ich mich bei Bitterballen und Bier von der holländischen Lebensfreude anstecken lasse und beschließe, hierher bald wieder zurückzukommen!
ADRESSEN AMSTERDAM

www.wynand-fockink.nl
Verkostung: GENEVER Verkostung
Wynand Fockink
Pijlsteeg 31 & 43
1012 HH Amsterdam
+31 (0)20 639 26 95 (10:00 - 17:00)
+31 (0)20 423 41 55
contact@wynand-fockink.nl
www.wynand-fockink.nl
Restaurant: Restaurant “five flies” - “Die 5 Fliegen”
Restaurant d’Vijff Vlieghen • Spuistraat 294-302
1012 VX Amsterdam • Tel.: +31 (0) 20 53 04 060
www.d-vijffvlieghen.com
Reiseführer:

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www.hollandpass.com